Auftaktveranstaltung für das Clinicum Digitale - mit Care4Saxony

Auftaktveranstaltung für das Clinicum Digitale - mit Care4Saxony

Am Sa, 18.01.2020 fand als Auftaktveranstaltung für das neu entwickelte „Clinicum Digitale“ in der Sächsischen Landesärztekammer der Impulstag mit interessanten Vorträgen, Workshops und einer Posterausstellung statt. Unsere Gruppe Care4Saxony war dabei sowohl als Gast, Posteraussteller und auch Vortragender ein Teil des interdisziplinären Programms an der Schnittstelle zwischen Medizin und Informatik.

Im Alltag sind digitale Lösungen inzwischen allgegenwärtig und häufig auch gefühlt unverzichtbar. Umso stärker fällt der Kontrast auf, sobald man mit dem Gesundheitswesen in Kontakt kommt und dort an vielen Stellen noch ausschließlich „analoge“ Prozesse vorfindet. Doch der Schein trügt – die Digitalisierung hat längst das Gesundheitswesen erfasst und ist Gegenstand lebhafter Diskussionen.

Der Impulstag des Clinicum Digitale begab sich genau an diese Schnittstelle: Das Vortragsprogramm bot eine vielfältige Betrachtung der Digitalisierung im Gesundheitswesen und beleuchtete beispielsweise deren Chancen und Risiken, gab Einblicke in die Grundlagen der kontrovers diskutierten Entwicklungen zur künstlichen Intelligenz und diskutierte, an welcher Stelle der digitalen Revolution sich die Medizin befindet – oder ob doch „nur“ eine Evolution erwartet wird. Anregungen zur erfolgreichen Umsetzung lieferte ein Blick über den deutschen Tellerand mit einem internationalen Vergleich verschiedener Digitalisierungsfortschritte anderer Länder.

Auch wenn Deutschland in diesem Vergleich deutliches Nachholpotential aufwies, können die aktuellen Fortschritten der Telematikinfrastruktur als ein zu erwartender Förderfaktor zukünftiger Entwicklung gesehen werden. Care4Saxony-Gruppenleiter Hannes Schlieter referierte vor dem Plenum über die Chancen, welche die digitale Infrastruktur für die Implementierung telemedizinischer Versorgungsszenarien liefert. Vor dem Hintergrund, dass bis Ende 2021 knapp 73 Mio. Kassenpatienten einen Anspruch auf eine elektronische Patientenakte haben werden, wird deutlich, dass Deutschland den Status eines Digitalen Entwicklungslandes verlässt. Um diese Chance zu nutzen, rief er alle Beteiligten auf, gute Lösungen für diese Infrastruktur zu schaffen – wobei die Care4Saxony-Expertise zur nachhaltigen Gestaltung von digitalen Gesundheitsanwendungen unterstützen kann.

Teil des Rahmenprogrammes waren auch Workshops, die den Fachgebieten Medizin und Informatik Einblicke in das jeweils andere Fachgebiet ermöglichten. Dabei wurden die Parallelen zwischen den Welten genutzt, um auf einfache Weise die zugrundeliegende logische Denkweise beider Domänen aufzuzeigen. Anhand von anschaulichen Beispielen wurden so z.B. Informatiker in eine gedachte Notaufnahme versetzt und erhielten eine Schritt-für-Schritt-Einführung in die Diagnose möglicher Ursachen für Krankheitssymptome wie „Schwindel“. Als Einblick in die praktischen Tätigkeiten durfte dann sogar unter Aufsicht und Anleitung eine Blutentnahme versucht werden.

Neben den Vorträgen und Workshops zeigte auch eine Posterausstellung die vielfältigen Aktivitäten und Forschungsprojekte, die sich bereits jetzt auf dem Feld digitaler Gesundheitslösungen bewegen. Care4Saxony brachte sich auch hier ein: Christoph Sager präsentierte eine in der Gruppe entwickelte Übersicht zur eHealth-Ausbildung der wichtigsten Akteure im Gesundheitssystem, Tina Fuchs stellte die Umsetzung eines Vorschlagssystems für häusliche Assistenzsysteme vor und Bastian Wollschlaeger gab interessierten Zuhörern einen Überblick über die Ziele und Ergebnisse der Care4Saxony-Forschergruppe.

v.l.n.r.: Bastian Wollschlaeger, Tina Fuchs und Christoph Sager bei der Posterpräsentation

Wir danken den Veranstaltern für die reibungslose Organisation und allen Gästen für die anregenden Gespräche!

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