Präsentation auf der Student Research Expo 2018

Am 4.7. wird die Nachwuchsforschergruppe Care4Saxony mit zwei Postern auf der Dresdner Student Research Expo 2018, der ersten Ausstellung studentischer Forschung an der TU Dresden, vertreten sein. Mit einem Poster, welches Lorenz Harst verteidigt, präsentieren wir unter dem Titel „Care4Saxony – Innovative care supply through digitisation“ die gesamte Forschungsgruppe. Zusätzlich dazu stellt Patrick Timpel einen weiteren Beitrag mit dem Titel „Development of an evidence-based, methodologically robust and expert-driven quality system to assess the quality of integrated care“ vor. Wir freuen uns schon, mit Euch ins Gespräch zu kommen!

ScienceBlog-Beitrag zum Begriffsverständnis digitaler Gesundheitsversorgung

In unserem Science-Blog haben wir einen neuen Artikel veröffentlicht:

Darin beleuchten wir, wie unscharf das Begriffsverständnis in der digitalen Gesundheitsversorgung momentan ist. Basierend auf einer Literaturrecherche schlagen wir ein Begriffsmodell vor, welches die Kommunikation während der Zusammenarbeit zu digitalisierten Anwendungen im Gesundheitswesen verbessern soll.

Hier geht es zu dem Science-Blog-Beitrag!

Digitale Gesundheitsversorgung – Bedarf an einem einheitlichen Begriffsverständnis

Wenngleich im Zuge der digitalen Transformation die Veränderungsprozesse im medizinischen Umfeld vermehrt in den Fokus wissenschaftlicher und politischer Diskussion geraten, so hat sich gleichzeitig ein babylonischer Wirrwarr um die zentralen Begriffe wie Telemedizin, Telehealth und eHealth entwickelt. Die Bezeichnungen werden teilweise synonym genutzt, obwohl sie sich klar in ihrem Fokus und Umfang unterscheiden. Sowohl für die Forschung als auch für die Anwendung/in der Praxis ist diese terminologische Heterogenität ein großes Problem, das zu Missverständnissen und falschen Ergebnissen führen kann .

Zur Überwindung dieses Problems, haben wir eine Literaturanalyse durchgeführt, um die Definitionen zu harmonisieren und bestehende Konzepte miteinander in Relation zu setzen. Ergebnis unserer dieser Untersuchungen ist eine Konsolidierung und Abgrenzung der Begriffe Telemedizin, Telehealth, eHealth und mHealth (Abbildung: Ontologie).

Ontologie

Zentraler Ausgangspunkt für die Konsolidierungsarbeit sind die Begriffe Telematik (Informationsübertragung über Distanzen ) sowie Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), wobei letztere durch die Digitalisierung an Bedeutung gewonnen haben . eHealth beschreibt „Instrumente und Services, die IKT nutzen und Prävention, Diagnose, Behandlung, Kontrolle und Management verbessern können“ . eHealth ist der Oberbegriff für  Telemedizin und Telehealth, umfasst aber beispielsweise auch andere Technologien und Services wie elektronische Gesundheitsakten. Für die Definition von Telemedizin sind drei Merkmale entscheidend: (1) die Überwindung von Distanzen durch (2) die Nutzung von IKT, um (3) Gesundheitsdienstleistungen zu erbringen . Im Vergleich dazu umfasst Telehealth neben Gesundheitsdienstleistungen durch Professionelle zusätzlich gesundheitsbezogene Aktivitäten wie bspw. präventive Maßnahmen . Telehealth ist somit, wie Telemedizin, ein Unterkonzept von eHealth, umfasst aber mehr als Telemedizin . mHealth fokussiert, wie der Name ausdrückt, auf die Nutzung mobiler Technologien „für Gesundheitsinformation und –services“ .

Unterscheidungskategorien und deren Ausprägungen

Als wesentliche Differenzierungsmerkmale haben sich Gesundheit (Behandlung von Krankheit) und Wohlergehen (u.a. zusätzliche präventive Maßnahmen, die in der Verantwortung des Individuums liegen) bzw. die unterschiedliche Intensität, mit der professionelle Akteure involviert sind, herausgestellt (Tabelle: Unterscheidungskategorien und deren Ausprägung). So liegt der Fokus von Telemedizin beispielsweise ausschließlich auf Gesundheit, während er bei mHealth nur auf Wohlergehen und bei Telehealth und eHealth auf beiden Aspekten liegt. Gleichzeitig sind bei Telemedizin und Telehealth zwangsweise professionelle Akteure (z.B. Ärzte) involviert. Hingegen fokussiert mHealth primär auf die Nutzung des Individuums selbst. eHealth umfasst wiederum beide Fälle.

Neben der reinen Definition der Konzepte und deren Zusammenhänge haben wir eine Erweiterung des Modells zur „Versorgungsrealität“ vorgeschlagen. Der bisherige Fokus unserer Untersuchung lag auf der Differenzierung technologisch-assoziierter Begrifffe. In einer nächsten Entwicklungsstufe soll eine Verbindung zum Patienten und weiteren Teilnehmern verschiedener Versorgungsmodelle aufgebaut werden. Die erstellte Ontologie soll zu einem einheitlichen Begriffsverständnis beitragen und die Qualität der Diskussionen zu digitalisierten Anwendungen im Gesundheitswesen aufwerten.

Referenzen

Best Poster Nominierung zur HEALTHINF 2018 in Funchal, Madeira - Portugal

Unser Konferenzbeitrag mit dem Titel „Towards a unified understanding of eHealth and related terms – proposal of a consolidated terminological basis“ (#98) wurde für den HEALTHINF 2018 Best Poster Award nominiert. Lena Otto wird die Ergebnisse dieser Forschungsarbeit im Januar auf der 11th International Conference On Health Informatics (HEALTHINF) präsentieren.

Teilnahme an der HealthInf 2018 Konferenz

Teilnahme an der HealthInf 2018 Konferenz

Unser eingereichter Beitrag “Towards a unified understanding of eHealth and related terms – proposal of a consolidated terminological basis”  wurde positiv begutachtet und im Januar 2018 auf der Konferenz HEALTHINF 2018 der Forschungsgemeinde präsentiert! In unserem ScienceBlog-Beitrag erläutern wir, wie dieses Paper dazu beiträgt, ein tieferes Verständnis der Digitalisierung im Gesundheitswesen zu entwickeln.

Schaffung einer einheitlichen Terminologie

Schaffung einer einheitlichen Terminologie

Um die Grundlage für ein einheitliches Verständnis projektrelevanter Begriffe (eHealth, Telemedizin, Telehealth, mHealth, etc.) zu schaffen, diente unsere erste Forschung der terminologischen Erläuterung. eHealth-bezogene Begriffe und deren Beziehungen zueinander wurden analysiert und werden im Januar 2018 auf der HealthInformatics-Konferenz in Funchal, Madeira, präsentiert. Unser Beitrag mit dem Titel “Towards a unified understanding of eHealth and related terms – proposal of a consolidated terminological basis” folgert, dass ein einheitliches Verständnis der Begriffe und Beziehungen essentiell für eine adequate Kommunikation innerhalb der Forschungsgemeinschaft und darüber hinaus ist. Unser Beitrag kann sowohl ein Startpunkt für weitere Telemedizinforschung und –innovation als auch die Basis für ein tieferes Verständnis sein, wie Digitalisierung das Gesundheitswesen betrifft.