Definition und Abgrenzung von Telemedizin und verwandten Begriffen- eine ontologiebasierte Klassifikation

Die Art und Weise, wie die Gesundheitsfürsorge erbracht wird, ändert sich ständig und wird zunehmend durch digitale Technologien, wie z.B. Telemedizin, unterstützt. In diesem Zusammenhang existieren viele Begriffe, die nicht einheitlich definiert sind und daher mehrdeutig verwendet werden. Dies erschwert die Beurteilung der Evidenzbasis. Ontologien bringen Struktur und Klarheit zum Diskurs über Telemedizin und verwandte Begriffe. Unser Ziel ist die Bereitstellung eines evidenzbasierteren Verständnisses relevanter Begriffe im Bereich der digitalen Gesundheit.

In der folgenden Abbildung finden Sie eine Auswahl von Definitionen für Begriffe, welche im Zusammenhang mit Telemedizin stehen. Fahren Sie dafür mit der Maus über das Bild.

Um das Verständnis und die Abgrenzung der Begriffe zu erleichtern, zeigt die folgende Tabelle wichtige Differenzierungsmerkmale und deren Spezifikation für die betrachteten Begriffe.

Abgrenzung von Begriffen im Zusammenhang mit Anwendungen der Gesundheitstechnologie

Abgrenzung/ BegriffGesundheits-ITmHealthTelemedizinTelehealthDigital healthAAL
Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie x xxxxx
Überwindung von Entfernungen(x)xxx(x)(x)
Mobile Leistungserbringungx(x)(x)(x)(x)
Fokus auf Medizinxxxxxx
Fokus auf Wohlbefindenxxxxx
Einbindung von LeistungserbringerInnenx(x)xx(x)(x)
Anwendung im Wohnraumx
Legende:
"x": Merkmal ist immer erfüllt
"(x)": Merkmal kann erfüllt sein

Aufgrund der sich abzeichnenden Entwicklung von Unterkategorien und Trends in der digitalen Gesundheit ist eine kontinuierliche Aktualisierung der terminologischen Nomenklatur notwendig, um deren zeitgemäße Gültigkeit zu gewährleisten.

Weitere Informationen zur angewandten Methode und detaillierten Ergebnissen finden Sie im originalen Buchbeitrag.

Literaturverzeichnis
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Fachgruppe Digital Health gegründet

Fachgruppe Digital Health gegründet

Die neugegründete, interdisziplinäre Fachgruppe Digital Health soll aktuelle Fragestellungen zum Einsatz von IT im Gesundheitswesen und der Medizin aus unterschiedlichsten Perspektiven beleuchten.

Die auf der Fachbereichsitzung Wirtschaftsinformatik gegründete Fachgruppe soll als Austauschplattform für die Akteure im Themenfeld Digital Health dienen. „Forschern, Praktikern und politischen Entscheidern soll damit eine zentrale Anlaufstelle zu Austausch und Konsolidierung von Forschungsarbeiten und praktischen Themenstellungen geboten werden“, erläutert Dr. Hannes Schlieter, einer der Initiatoren und stellvertretender Sprecher. Der designierte Sprecher Prof. Sunyaev betont zudem, „dass die thematische Bandbreite der Fachgruppe ganzheitlich ausgelegt ist – ob personalisierte Medizin, Krankenhausinformationssysteme oder IT in der Sportwissenschaft; ob aus einer ökonomischen oder einer informatischen Perspektive – alle Fragestellungen rund um den Einsatz von IT in Gesundheitswesen oder Medizin sind herzlich willkommen.“ Unabhängig von fachlicher Heimat in der Informatik, Wirtschaftsinformatik oder Medizininformatik möchte die Fachgruppe ein breites Publikum ansprechen und zur Mitwirkung aufrufen.

Im Namen des gesamten Initiatoren-Teams rund um Prof. Breitschwerdt, Dr. Schlieter, Prof. Sedlmayr und Prof. Sunyaev freuen wir uns auf Ihre Teilnahme bzw. die Weiterleitung dieser Meldung an interessierte Kolleginnen und Kollegen und stehen für Rückfragen selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Kontakt:

Ali Sunyaev, sunyaev@kit.edu

Hannes Schlieter, hannes.schlieter@tu-dresden.de

Neuer Science-Blog-Beitrag zum Thema Gamification

Neuer Science-Blog-Beitrag zum Thema Gamification

Spielbasierte Elemente können auch im Nicht-Spiel-Kontext verwendet werden, um Ziele zu erreichen, die über Spaß und Vergnügen hinausgehen. Gamification soll gesundes Verhalten fördern und aufrechterhalten, zur Rehabilitation beitragen und den Krankheitsstatus bewerten. In einem neuen Artikel im Wissenschaftsblog beleuchten zwei Studenten des Seminars „Health Information Management“ (HIM) gemeinsam mit Lorenz Harst die Mechanismen und die Wirksamkeit von spielbasierten eHealth-Interventionen. Den kompletten Beitrag finden Sie unter folgendem Link: http://care4saxony.de/?p=1740#more-1740

Games for staying healthy? – Research says yes!

Games for staying healthy? – Research says yes!

(by Julia Bruntsch, Kerstin Janetta and Lorenz Harst)

One of the most popular examples for the use of gamification in healthcare is the mHealth game Pokémon GO (Figure 1), with almost 150 million active users per month. Whether catching Pokemon with the smartphone or using other gaming activities helps increasing healthy behavior or disease self-management is discussed by two students from the Health Information Management seminar taught by members of Care4Saxony.

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Teilnahme an der Konferenz HEALTHINF2019 in Prag

Teilnahme an der Konferenz HEALTHINF2019 in Prag

Auch im Jahr 2019 wird unsere Nachwuchsforschergruppe wieder auf der Konferenz HEALTHINF mit einer Publikation vertreten sein. Unser eingereichter Beitrag „Navigating the Jungle of Assistance Systems: A Comparison of Standards for Assistance Functionality“ wurde positiv begutachtet und wird im Februar 2019 der internationalen Wissenschaftsgemeinde präsentiert. Bastian Wollschlaeger wird am Freitag, 22.02. im Track „ICT, Ageing and Disability“ ab 17:45 Uhr unsere Untersuchungen zur Vollständigkeit existierender Standards im Bereich häuslicher Assistenzsysteme vorstellen. Interessierte Zuhörer sind gern willkommen!

 

Science-Blog-Beitrag zu eHealth-Innovationen

Science-Blog-Beitrag zu eHealth-Innovationen

Im Rahmen der von der Nachwuchsforschergruppe Care4Saxony an der TU Dresden organisierten und gelesenen Lehrveranstaltungsreihe „Health Information Management“ (HIM) verfasste der Student Christoph Sager gemeinsam mit Katja Winkler einen Beitrag für den Science-Blog zum Thema aktueller Trends und Produkte im Bereich eHealth.

Latest eHealth Innovations – Current Trends

Latest eHealth Innovations – Current Trends

(by Christoph Sager and Katja Winkler)

Within the first quarter of the 21st century, a continuous trend of small, innovative enterprises trying to enter established industries in the search for scalable business models for health interventions can be seen. This is also true for the health sector. Especially the occurrence of new technologies and ubiquitous devices like smartphones created unknown possibilities for startups to enter areas formally only open to medical experts.

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